120 KM mit dem Rad quer durch die Dübener Heide

Als Läufer greife ich auch gerne zum Rad, da es ein entspannendes Training ermöglicht und auch die Muskulatur etwas schont. Vor allem wer sonst fast jeden Tag läuft, sollte über alternative Sportarten zur Abwechslung nachdenken.

Fußball und Radfahren habe ich als Pausenelemente zum Laufen integriert, damit der Körper nicht nur einseitig trainiert wird. Das Laufen bleibt zwar klar die Nummer 1, doch das Radfahren beispielsweise ermöglicht auch mal weitere Touren und die “Erforschung” neuer Gegenden.

Recht abenteuerlich war dann vielleicht auch das heutige Unterfangen, eine 120-Kilometer-Tour quer durch die Dübener Heide zu unternehmen. Besondere Herausforderung war dabei die Tatsache, dass es sich um den Wanderpfad “Försterweg” handelte. Ein Mountainbike war also Pflicht, denn mitunter führte der Kurs querfeldein und Asphalt blieb ein nicht vorhandener Luxus. Die Strecke führt von Doberschütz aus quer durch die Dübener Heide bis zum Bergwitzsee, wo die Mittagspause eingeplant war.

Ein simpler Plan: Vormittags 60 Kilometer hin, ein Mittagessen im Restaurant am Bergwitzsee und anschließend wieder zurück.

Ein anspruchsvoller Kurs, wie sich schnell zeigen sollte und nur für Radler mit einem soliden Fitnessgrad zu empfehlen. Eine schöne Tour bot sich mit reichlich Ausblicken und Natur pur. Nur selten waren andere Wanderer und Pilzsammler anzutreffen, sodass es eine recht einsame Fahrt wird. Die Strecke besteht vorwiegend aus Waldwegen, wechselt jedoch auch auf Trampelpfade und Feldwege, die mit dem Rad nur noch schwer zu passieren sind.

Am Bergwitzsee angekommen, war Zeit für eine längere Rast im “Gasthaus zum Bergwitzsee” (sehr zu empfehlen!). Hier zeigten sich erste Krämpfe im Oberschenkel und Zweifel kamen auf, ob die Tour zurück – es war ja gerade Mal Halbzeit – zu schaffen sei. Die Zeit stellte dabei das größte Problem dar, denn durch die Trampelpfade wurde das durchschnittliche Tempo deutlich gedrückt. Für die ersten 60 Kilometer wurde das Zeitfenster von vier Stunden beispielsweise vollständig ausgeschöpft. (GPS-Track auf Garmin.com)

Zurück war der Tritt dann deutlich langsamer und nicht ganz ohne Schmerz zu ertragen. Erschwerend kam schon auf der Hinfahrt hinzu, dass trotz des guten Wetters der letzten Tage der Boden doch noch recht feucht war und damit Schlamm aufgewirbelt wurde und teilweise bis zum Gesicht hochspritzte. Ein Anstieg um rund 70 Meter sorgte nochmal für reichlich Anstrengung, doch die restlichen 40 Kilometer gingen dann doch leichter als gedacht. Am Ende hat die Rücktour etwa 4,5 Stunden beansprucht.

Eine anspruchsvolle Tour, doch der Schmerz wurde auch mit Spaß und Natur belohnt.

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